Warum eine Doula?

Geburt ist Teamarbeit. Im Mittelpunkt stehen die Gebärende und ihr Baby. Sie begeben sich gemeinsam und in ihrem Tempo auf ihre einzigartige Geburtsreise. Dabei werden sie in den meisten Fällen von dem/r Partner/in der werdenden Mutter begleitet. Diese/r kennt ihre Vorlieben kennt und kann sie auch schon vor der Fahrt ins Krankenhaus praktisch und mental unterstützen.

Im Krankenhaus angekommen werden sie von der zuständigen Hebamme betreut. Sie kümmert sich als medizinische Fachfrau um das gesundheitliche Wohlbefinden von Mutter und Kind. In dieser Konstellation starten in Oberösterreich jährlich etwa 15.000 Frauen die letzte Etappe ihrer Reise ins Muttersein, bevor sie ihr Baby endlich in den Armen halten können.

Warum ich mir eine Doula-Begleitung gegönnt habe

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Vorteile von einer zusätzlichen Begleitung durch eine Doula vorab oft schwer greifbar sind. Für mich als Erstgebärende war es damals wichtig, zusätzlich zu meinem Partner durchgehend eine geburtserfahrene Frau an meiner Seite zu wissen. Diese sollte mich von Beginn der Wehen daheim bis zur Geburt meines Sohnes in der Klinik emotional begleiten. Also entschied ich mich für eine Doula-Begleitung.

Ich lernte meine Doula Maria schon in der Schwangerschaft bei einem unverbindlichen Treffen kennen. So konnte ich sichergehen, dass wir auch zueinander passen. Als in meiner 38. SSW die ersten Zeichen darauf hindeuteten, dass es bald losgehen könnte, wurde ich trotzdem etwas nervös und unsicher. Ich fand es sehr beruhigend, dass meine Doula schon rund um die Uhr rufbereit war und jederzeit ein offenes Ohr für mich hatte.

Später in der Klinik unterstützte sie mich durchgehend emotional. Somit fühlte ich mich auch dann sicher und geborgen, wenn die Hebamme mehrere Gebärende gleichzeitig betreute und deswegen nicht immer bei mir und meinem Partner sein konnte.

Warum eine Doula NICHT den Partner ersetzt

Weder Hebamme noch Doula möchten bei der Geburt den/die Partner/in ersetzen. Beide verfolgen ein gemeinsames Ziel: der/die Partner/in soll sich als Teil des Geburtsteams sehen und als emotionale Stütze für die Gebärende fungieren. Über 90% der Väter sind bei der Geburt dabei. Viele sind sich jedoch währenddessen unsicher, wie die Frau bestärkt werden könnte und dankbar für Hilfestellungen.

Gerade bei einer Erstgebärenden dauert die Geburt meist viele Stunden. Dazu kommen bei manchen Frauen einige ermüdende Stunden oder Tage an Vorwehen, ohne dass die Geburt noch richtig beginnt.

Ich erinnere mich zurück, dass mein Partner in dieser Zeit sehr dankbar über die durchgehende emotionale Begleitung der Doula war. So konnte er sich zwischendurch auch einmal ausruhen und das gemeinsame Geburtserlebnis entspannter genießen.

Auch die WHO empfiehlt die Begleitung durch eine Doula

In den USA haben Doulas bereits einen hohen Bekanntheitsgrad. Mittlerweile gibt es auch viele Studien über die Effekte durch die Anwesenheit einer Doula auf den Geburtsverlauf. Folgendes gilt mittlerweile als nachgewiesen:

  • Doula-Begleitung kann die Geburtsdauer verkürzen
  • Schmerzmittel werden seltener gefordert und verabreicht
  • Gebärende erleben die Geburt positiver
  • Die Bindung zwischen Mutter, Vater und Baby wird gestärkt
  • Saugglocke und Geburtszange kommen seltener zum Einsatz, die Kaiserschnittrate sinkt
WHO Empfehlung Gesunde Geburt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist generell schon lange darum bemüht, Geburten weltweit sicherer zu gestalten. Diesbezüglich definierte sie 2021 fünf neue Weltziele.

Schon 2015 veröffentlichte die WHO die WHO Safe Childbirth Checklist Implementation Guide. Darin hat sie erstmals die Vorteile einer durchgehenden Begleitung durch eine/n Geburtspartner/in wie z.B. eine Doula empfohlen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfahl bereits 2016, dass die besten geburtshilflichen Ereignisse erreicht werden, wenn kontinuierliche emotionale Begleitung von nicht dem Spital zugehörigen Personen geleistet wird, sondern speziell von Doulas. Das sei besonders dort wichtig, wo Politiker den Wunsch haben, die hohe Kaiserschnittrate ihrer Spitäler oder ihres Landes zu senken.

Darf eine Doula in OÖ mit zur Geburt?

Auch in Österreich steigt der Bekanntheitsgrad von Doulas. Jährlich werden neue Doulas vom gemeinnützigen Verein Doulas in Austria und anderen Organisationen ausgebildet. Seit der Covid-Pandemie sind in vielen Spitälern die Zugangsbeschränkungen verschärft worden. So können z.B. Doulas in den Linzer Krankenhäusern derzeit meist nur als einzige Begleitperson mitkommen, aber nicht zusätzlich zum/r Partner/in. Also z.B. im Fall von Alleinerzieherinnen oder Frauen, deren Partner/in bei der Geburt nicht dabei sein kann.

Flexibler gestaltet sich die Situation bei Hausgeburten oder einer Geburt im Geburtshaus, wie z.B. im Geburtshaus in Steyr. Dort schätze ich mich derzeit glücklich, Teil des Doula-Teams der betreuenden Hebamme sein zu dürfen.

Möchtest du wissen, ob dich derzeit eine Doula bei deiner Geburt im Krankenhaus in Linz emotional begleiten darf (zusätzlich zur Hebamme und deinem/r Partner/in)?

Ich teile gerne die letzten Erfahrungsberichte von mir und meinen Doula-Kolleginnen mit dir. Melde dich jederzeit für mehr Information.